War spitze! Dazu muss man aber auch sagen, dass Kevin Smith Filme sehr speziell sind und sicher kaum „mehrheitstauglich“ sind. Wobei dieser Film nen moderater Erfolg werden könnte und wenn er 25 Millionen knackt auch sein größter Erfolg. Wer ihn nicht kennt, Kevin Smith ist der Regisseur von Clerks, Mallrats, Chasing Amy, Dogma, Jay and Silent Bob strike Back, Jersey Girl, Clerks II und Zack and Miri make a porno, den Film den ich als Vorpremiere schauen durfte.
Clerks war ein sehr kleiner Independet schwarz/weiß Film der mit einem niedrigen fünfstelligen Budget gedreht wurde und durch Verkauf von seiner Comicsammlung, multiplen Kreditkarten und arbeiten in einem Quick Stop (sowas wie kwik E Mart oder 7/11) finanziert wurde. Jedenfalls hat sich das Risko für Smith gelohnt und der Film wurde durch etliche Zufälle entdeckt, mit Lob überschüttet und auf Filmfestivals vorgestellt.
Smiths Filme zeichnen sich durch ausgezeichnete Dialoge aus, die aber in seinen früheren Filmen manchmal besser gelesen sind, als ausgesprochen funktionieren. Ein weiteres Merkmal seines Schaffens sind seine Faszination für Sex, Fäkalien und Beziehungen sowohl freundschaftlicher als auch romantischer Natur. Dabei kann es um die Anzahl der Oralsexpartner, Vorlieben für gewisse Nutztiere, merkwürdige Sexualpraktiken, eine Monster aus Fäkalien, Unfälle beim Verkehr oder beim Filmen des selbigen, Versuche Lesben oder Bi-Sexelle für sich zu gewinnen, oder ähnliches gehen.
Zack and Miri ist für mich Smiths bisher witzigster, explizitester und sprachlich „härtester“ Film, kommt aber nicht ganz an das Herz von Chasing Amy oder die Originaliät oder die „Edginess“ von Dogma ran.
Ich halte mich in den spoilereien bedeckt, weil es ne Vorpremiere war, es ne Weile dauert bis der Film regulär in die Kinos kommt und weil ich niemanden etwas vorwegnehmen möchte.
Dennoch ist der Film für mich ein purer Quell der Freude, des Lachens, der Schmutzigkeiten, der extremen (sexuellen) Situation und auch die Dialoge und die Charakterinteraktion finde ich hier realler und glaubhafter, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Wie früher geschrieben wirken manche Dialoge eher als wären sie zum Lesen, denn zum Aussprechen ghedacht, hier finde ich, gelingt es besser die Dialoge natürlich anzubringen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Smith Dialoge und ich gehe sogar soweit, dass ich sage, dass ich seine Dialoge denen Tarantinos bevorzuge. Aber auch dieser hat in meinen Augen dasselbe Problem: Tarantinos Dialog mag hipp, cool und witzig sein, aber eben auch unnatürlich und artificiziel.
Jedenfalls hatte das Kino Spaß und man konnte vor lauter Lacher leider manchmal nicht so recht die Folgedialogzeilen hören. Und es gibt eine Szene – aufgrund der Film auch zunächst eine andere Alterseinstufung bekommen sollte, die den ganzen Saal für eine Minute mindestens zum staunen, lachen und holy shit sagen brachte- und das gerechtfertigerweise. Dazu kurz, es sollte ein NC-17 Rating geben, was hier hauptsächlich an Ultragewalt oder Pornos vergeben wird, aber durch ein Treffen mit der verantwortlichen Stelle und Vergleichen mit anderen Filmen, die „krassere“ oder ähnliches zeigen, konnte Smith ein R-Rating erzielen. R-Rating bedeutet aber auch häufig, dass weniger Leute den Film sehen können, Leute unter 15 zum Beispiel fallen raus, ein NC-17 wäre demzufolge eine Katastrophe für die Kinoeinnahmen gewesen, die aber bei Smith eh eher ein zweite Geige spielen. Das meiste was ein Smith Film ím Kino eingenommen hat war glaub ich 35 Millionen Dollar. Smith nimmt vorallem sehr gut Geld durch die DVD-Absätze ein, weil diese auch immer durch sehr schönes Bonusmaterial positiv auffallen.
Nach dem Film gab es noch ein kurzes Q and A mit dem Director of Photography Dave Klein, der in ca. der Hälfte von Smith Filmen diese Rolle inne hatte und auch bei der ABC Serie Pushing Daisies hinter der Kamera steht. Er wurde über die Zusammenarbeit mit Smith befragt, ob diese weiter geht, wie man den Look des Films hinbekam, was es für Probleme mit dem Rating es gab, wie die Arbeit an Pushing Dasies ist usw. Das war insgesamt wirklich sehr informativ und interessant. Zufrieden machte ich mich dann mit Chase über den Film sprechend nach Hause.



